Skitouren 2021

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29. März 2021

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Berichte Skitouren Winter ab Februar 2021
 

Mittwoch, 22. Februar 2021, Mattlishorn 2’460 MüM
Teilnehmer: Paul Hug, Urs Aeschlimann, Erwin Fuchs, Otto Gebhardt, Fredy Zobrist
Distanz 14 km, unterwegs 5½ Std., Aufstieg und Abfahrt 1’170 m

Paul holte uns früh aus den Federn, denn die Abfahrt ab Zürich legte er auf den IC3 um 06.38 fest. Dadurch konnten wir schon um 9 Uhr mit dem Aufstieg in Langwies beginnen. Über Pirigen, die lange Hochebene von Nufsch, den Steilhang vor dem langgestreckten Südgrat erreichten wir vor 13 Uhr den Gipfel des Mattlishorns. Ein zügiger Wind lud nicht zu einer langen Gipfelrast ein. Deshalb fuhren wir bis zu den ersten Hütten ab und genossen dort an der Sonne die wohlverdiente Rast. Vom Gipfel bis zur Raststätte profitierten wir von einem idealen Sulzschnee. Da die Sonne den Schnee immer mehr wärmte, mahnte Paul zum baldigen Aufbruch. Und richtig, bei den ersten 300 Höhenmetern war der Sulzschnee sehr gut fahrbar. Dann wurde er immer tiefer, deshalb hielten wir mehr nach rechts gegen Pirigen und fuhren auf der Zufahrtsstrasse bis vor Langwies ab. Die letzten Meter zum Dorf waren flacher und der Schnee noch fester. Wir kamen dort gerade richtig zur Öffnungszeit des Dorfladens an und hatten genügend Zeit um auf der Terrasse den gröbsten Durst zu löschen. Dann noch die kurze Abfahrt bis zu Station und mit der Bahn auf die lange Rückfahrt.

Mittwoch, 10. März 2021, Hoch Gummen 2'205 MüM
Teilnehmer: Paul Hug, Urs Aeschlimann, Erwin Fuchs, Fredy Zobrist
Distanz 7.5 km, unterwegs 3½ Std., Aufstieg und Abfahrt 725 m

Mit dem Höch Gummen hat Paul ein für alle unbekanntes Gebiet gewählt. Bis zur Seilbahn von Lungern nach dem Turren klappte die Anreise bestens. Aber beim Einsteigen in die Kabine blieb das Drehkreuz beim letzten von uns blockiert, da die Maximalzahl erreicht war. Dieser folgte demnach 20 Minuten später. Wir hatten so ausgiebig Zeit um die Felle aufzukleben und uns für den Abmarsch bereit zu machen. Über das Breitenfeld und Schönbühl erreichten wir kurz vor Mittag den Gipfel. Die wärmende Sonne, fast kein Wind und eine herrliche Aussicht auf das Berner Oberland und die Innerschweizer Alpen luden zu einer langen Gipfelrast ein. 4 – 5 cm Neuschnee auf einer harten Unterlage bescherten uns eine traumhafte Abfahrt. Zuerst der über 30 Grad steile Gipfelhang, dann ein idealer Mittelteil und zuletzt ein wenig Sulz bis zum Bergrestaurant Turren. Dort konnten wir beim Take away Service ein Getränk kaufen und dieses vor der Rückfahrt auf einer Sitzbank an der Sonne gemütlich geniessen.

Skitourentage Juf
Montag, 22. bis Donnerstag, 25. März 2021
Teilnehmer: Raimund Gamma, Urs Aeschlimann, Fredy Zobrist, ab Dienstag Erwin Fuchs und Otto Gebhardt

Wie immer hat Paul Hug die Skitourentage perfekt vorbereitet. Durch einen Todesfall in der Familie musste er leider kurzfristig absagen. Mit Raimund hatten wir glücklicherweise kompetenten Ersatz, welcher uns sicher durch die weisse Landschaft führte. Ich war noch nie in Juf, der höchstgelegen, ganzjährig bewohnten Gemeinde in Europa. Vor allem beeindruckte hat mich die lange Anfahrt durch das romantische und abwechslungsreiche Aversertal. Unterkunft fanden wir in der gut geführten Familienpension Edelweiß in Juf.

Montag, Auf de Flüe 2'775 MüM
Distanz 9 km, unterwegs 3½ Std, Aufstieg und Abfahrt 660 m.
Nach dem Zimmerbezug machten wir uns noch auf den Aufstieg zur Flüe. Heftige Böhen vom Nordwind verhinderten ein angenehmes Gehen sowie eine gemütliche Gipfelrast. Bei der Abfahrt war der Schnee hart, verweht mit wenigen guten Stellen. Im Steilhang hatte es schon gute Spuren und dann wurde der Schnee sulziger, fast ideal zum Fahren.

Dienstag, Piz Piot 3'037 MüM
Distanz: 16 km, unterwegs 6 Std., Aufstieg und Abfahrt 915 m.
Strahlend blauer Himmel erwartete uns schon am Morgen mit wenig Wind. Fast anderthalb Stunden ging es flach das Jufertal hinauf, bis wir in einer guten Spur gegen das Piotjoch aufsteigen konnten. Für die Querung des Steilhanges zum Gipfelgrat schaufelte Bergführer Schlunegger aus Gsteig für seine Kunden praktisch eine «Autobahn»,sogar mit einem Wendeplatz statt der notwendigen Spitzkehre. Bei der Abfahrt, nach Bewältigung des Steilhanges ohne Beschädigung der «Autobahn», profitierten wir von ansprechenden Schneeverhältnissen bis zum Talgrund. Zum Glück war in der Zwischenzeit die Langlaufpiste präpariert, so dass wir auf dieser mühelos ins Dorf gleiten konnten.

Mittwoch, Piz Surparé 3'077 MüM
Distanz: 12 km, unterwegs 6½ Std., Aufstieg und Abfahrt 1034 m.
Weiterhin schönes Wetter ohne Wind. Schon kurz nach Juf konnten wir uns der Jacken entledigen. Nach dem vom Montag bekannten Stück bis zum Schlatterberg, führte eine angenehme Spur über das Hochplateau bis zum Skidepot. Von dort noch in 5 Minuten leichter Kletterei auf den Gipfel. Abfahrt am Anfang recht steil, dann fast Genussabfahrt mit einem gut fahrbaren Sulzschnee bis ins Tal nach dem Schlatterberg. Noch ein kurzer Aufstieg zu diesem Punkt und über schöne Sonnenhänge hinunter nach Juf.

Donnerstag, Wengahorn 2'848 MüM
Distanz: 5 km, unterwegs 4 Std., Aufstieg und Abfahrt 740 m.
Raimund legte eine gut begehbare Spur mit einigen Spitzkehren in den steilen Aufstieg. So konnten wir uns nach knapp drei Stunden zu meinem letzten Gipfelerlebnis als Skitourenfahrer gratulieren. Meine letzte Abfahrt habe ich mir sicher anders erträumt als dieser grosse Kampf im roten Bereich durch die Tücken der unterschiedlichen Schneebeschaffenheiten. Aber meine Freunde führten mich sicher durch die Steilhänge, und so konnten wir zum Abschluss der Tourentage auf der Terrasse der Pension Edelweiß gemütlich eine wohlverdiente Schwarzwälder Torte genießen.

An den «berüchtigten» Nagel gehängt
Nach fast 50 Jahren Skitouren machte das Wengahorn den Abschluss meiner Karriere als Skitourenfahrer. Beeinträchtigungen durch das Asthma beim Aufstieg, wegfallende Lockerheit bei der Abfahrt und vermehrte Bedenken meiner Gattin Eliane wegen der zunehmenden Zahl an Lawinenunfällen führten zu diesem Entschluss. Schmerzlich ist der Rücktritt vor allem aus kameradschaftlicher Sicht, entwickelten sich doch viele schöne Kamerad- und Freundschaften. In all diesen Jahren hatten wir nie persönliche Zwistigkeiten - sicher keine Selbstverständlichkeit. An den langen Hüttenabenden sprachen wir nicht nur über Berge und Touren, sondern es kamen auch persönliche Dinge zur Sprache, wie Familie, Gesundheit, Probleme, Beruf, Bahn, ESC Soldanella, Politik, Natur, Essen, usw. Diese Kameradschaften gehen nicht verloren, sie werden aber kaum mehr so intensiv gelebt.

In dieser langen Zeit durfte ich mit dem ESC Soldanella 100erte Gipfel besteigen, welche noch lange in Erinnerung bleiben werden, (z.B. Grand Combin, Jungfrau), orientierungstechnische Meisterleistungen (Gemsfairenstock - Claridenhütte, Dufourgebiet), bombastische Abfahrten (Signalkuppe, Piz Kesch), aber auch schneebedingte scheußliche (Rosenhorn, Silvretta) und unerfüllte Träume (Biancograt). Dies alles ohne Unfälle und wenigen kritischen Momenten. Das nur dank den außergewöhnlichen Leitern des Clubs. Vor allem Paul Hug, welcher mich praktisch immer führte, aber auch Hans Wasem, Ernst Fries†, Raimund Gamma und Urs Aeschlimann als Spezialist für das Berner Oberland. Ich habe dem ESC Soldanella also kameradschaftlich, sportlich und im Kennen der Schweizerlandschaft enorm viel zu verdanken. Mit meinen Tourenberichten hoffe ich, den Lesern des Soldanellers diese schöne Sportart etwas näher gebracht zu haben.

 
 
Bericht: Fredy Zobrist
Fotos: Paul Hug und Raimund Gamma
 
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